Alle Ortsteile im Blick

Chroniken der Ortsteile

Eine Reise durch frühe Erwähnungen, wechselnde Herrschaften, Kirchen, Kriegsfolgen und prägende Erinnerungsorte in den 14 Ortsteilen der Gemeinde Perl.

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Zur Einordnung

Die Texte sind redaktionelle Zusammenfassungen der offiziellen Ortsdarstellungen der Gemeinde Perl. Überlieferungen werden als solche bezeichnet. Wo die Quelle keine genaue Jahreszahl nennt, wird keine ergänzt.

Mosel · Grenzgeschichte · Erinnerung

Besch: vom frühen Moselort zum Erinnerungsort

Frühe Geschichte und Herrschaftswechsel

Besch ist der einzige Ort des Saarlandes mit unmittelbarer Lage an der Mosel. Die Gemeinde führt den Namen auf keltische und römische Formen zurück. 893 schenkte König Arnulf Besch dem Trierer Kloster St. Maximin. Ab 1433 folgten die Zugehörigkeiten zu Burgund, zum Haus Habsburg, ab 1555 zu Spanien und ab 1714 zu den österreichischen Niederlanden. Zwischen 1798 und 1816 war Besch eine Mairie im Kanton Remich; danach wurde der Ort preußisch.

Kirche, Kreuze und Kriegsgräber

Die Pfarrkirche St. Margaretha entstand 1848/49. Feld- und Pestkreuze prägen die historische Kulturlandschaft. Besonders bekannt ist das 1688 errichtete Normannenkreuz, das an Bischof Walo von Metz und eine überlieferte Schlacht gegen Normannen erinnert. Der Ehrenfriedhof Besch ist die größte Kriegsgräberstätte des Saarlandes und mahnt mit mehr als 2.200 Bestatteten zum Frieden.

Quelle: Gemeinde Perl – Besch

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Archäologie · Kirche · Villa Borg

Borg: Dorfgeschichte über römischen Spuren

Von frühen Funden zur ersten Urkunde

Borg wird 1569 erstmals urkundlich als Filiale der Pfarrei Perl genannt. Archäologische Spuren, darunter eine Erdwallburg, weisen jedoch auf eine wesentlich ältere Besiedlung hin. Das Dorf gehörte im Lauf seiner Geschichte unter anderem zu St. Alban in Trier, zu den Bistümern Metz und Trier sowie zum Herzogtum Luxemburg. Von 1816 bis 1840 war Borg selbst Bürgermeisterei und wurde anschließend mit dem Amt Perl vereinigt.

Kirche und römisches Erbe

Die Kirche St. Johannes der Täufer wurde nach schweren Kriegszerstörungen wiederaufgebaut; im Innern befinden sich Barockaltäre, vor der Kirche Grabsteine des 18. Jahrhunderts und historische Kreuzwegstationen. Seit 1987 legten Ausgrabungen die Reste eines römischen Gutshofes frei. Daraus entwickelte sich die rekonstruierte Römische Villa Borg mit Herrenhaus, Bad, Küche, Taverne und Gärten.

Quelle: Gemeinde Perl – Borg

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Landwirtschaft · Kapelle · Dorfgemeinschaft

Büschdorf: ein landwirtschaftlich geprägter Ort

Historische Zugehörigkeiten

Als „Bizzerdorf“ ist Büschdorf bereits seit dem 10. Jahrhundert bekannt. Im Mittelalter gehörte der Ort den Herren von Meinsberg und Montclair. Von 1814 bis 1848 war er Teil der Mairie Orscholz, später des Amtes Freudenburg. Zwischen 1946 und 1953 gehörte Büschdorf zum Amt Mettlach; danach zum Amt und später zur Gemeinde Perl.

Religiöses und dörfliches Leben

Kirchlich ist Büschdorf eng mit Tünsdorf verbunden. Die 1867 im neuromanischen Stil errichtete Kapelle St. Michael wurde 1986 renoviert. Bürgerhaus, Feuerwehr und das seit 1991 veranstaltete Michaelsfest stehen für die örtliche Gemeinschaft und die Pflege dörflicher Traditionen.

Quelle: Gemeinde Perl – Büschdorf

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Leukquelle · Kirchen · Doppelort

Eft-Hellendorf: verbunden durch den Leukbach

Ursprung und mittelalterliche Herren

Eft-Hellendorf liegt am Fuß des Schneebergs, der höchsten Erhebung der Gemeinde Perl. Die Ortsgeschichte reicht nach Angaben der Gemeinde bis in die Römerzeit zurück. Um 1130 erscheint Udelin von Hellendorf in den Quellen. Der Leukbach, der in Eft entspringt, verbindet beide Siedlungsteile. Zu den mittelalterlichen Grundherren gehörten die Herren von Niedbrück und das Trierer Domkapitel.

Kirchliches Erbe

1569 entstand eine erste Filialkirche für St. Philippus und St. Jakobus; ihr Turm ist erhalten. Das Kirchenschiff wurde 1724/25 gebaut und 1908 erweitert. Die St.-Maternus-Kapelle in Hellendorf stammt von 1855. Seit 1827 ist Eft Pfarrei. Neu gestaltete Dorfplätze und die gefasste Leukquelle machen die Verbindung von Geschichte und Dorferneuerung sichtbar.

Quelle: Gemeinde Perl – Eft-Hellendorf

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Jakobsweg · Kapelle · Wallfahrt

Keßlingen: Jakobus, Wallfahrt und alte Grundherrschaften

Herrschaft und Besitz

1309 vermachte Gertrud von Keßlingen den Ort als Allodialgut der Abtei Mettlach. 1428 wurde Thielmann von Neumagen Lehnsherr. Weitere Rechte lagen bei der Abtei Mettlach, dem Trierer Domkapitel sowie den Familien Warsberg und Greiffenklau.

Kapelle und Wallfahrt

Die denkmalgeschützte Dorfkapelle St. Jakobus besitzt einen spätgotischen Chor, einen kunstvollen Schieferturm und ein neugotisches Portal. Ein römischer Inschriftstein dient als Unterbau des hölzernen Altars. Eine Eichenholzgruppe der Siebenschläfer erinnert an Keßlingens frühere Bedeutung als Wallfahrtsort. Der Jakobuspatron verbindet den Ort außerdem mit der Tradition des Jakobswegs.

Quelle: Gemeinde Perl – Keßlingen

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Kleinster Ortsteil · Kapelle · Wendalinuskreuz

Münzingen: Höfe an der Grenze zu Rheinland-Pfalz

Erste gesicherte Nennung

Münzingen ist der kleinste Ortsteil der Gemeinde und besteht aus einer kleinen Gruppe von Bauernhäusern. Der Name ist seit 1533 sicher belegt, als Eyrich von Putlyngen als Lehnsherr genannt wurde. 1662 erscheinen in einer Quelle die greiffenklauschen Höfe zu Keßlingen und Münzingen.

Religiöse Zeugnisse

Die 1958 errichtete Kapelle gehört als Filiale zur Pfarrei Kirf. Ein Wendalinuskreuz aus dem 18. Jahrhundert ist ein erhaltenes Zeugnis der älteren religiösen Kulturlandschaft.

Quelle: Gemeinde Perl – Münzingen

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Römer · Schlösser · Mosaik

Nennig: römisches Erbe und mittelalterliche Schlösser

Von der Antike zur ersten Urkunde

Nennig wird 924 als „Nannee“ in einer Urkunde des Erzbischofs Ruotger genannt. Der große römische Mosaikfußboden, die Spuren einer ausgedehnten Villenanlage und ein Grabhügel belegen jedoch eine viel ältere Besiedlung. Im Mittelalter entstanden die Wasserburg Berg, deren Anfänge die Gemeinde auf 1180 datiert, sowie Schloss Bübingen aus der Zeit um 1340, das gegen Ende des Zweiten Weltkriegs zerstört wurde.

Kirche und Ortsbild

Die Pfarrkirche St. Martin wurde 1803 bis 1805 neu errichtet; der romanische Westturm einer älteren Anlage blieb erhalten und wurde später erhöht. Zur Ausstattung gehören Altäre, Kanzel, Taufstein und Orgel aus dem 18. und frühen 19. Jahrhundert. Nennig verbindet damit römische, mittelalterliche und neuzeitliche Spuren auf engem Raum.

Quelle: Gemeinde Perl – Nennig

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964 · Leukbach · Kriegsfolgen

Oberleuken: über tausend Jahre Geschichte am Leukbach

Frühe Erwähnung und geteilte Herrschaft

In einer Urkunde von 964 erscheint Oberleuken als „Odowines luica“. Bodenfunde reichen deutlich weiter zurück, nach Angaben der Gemeinde bis etwa 1500 vor Christus. Bereits im 10. Jahrhundert war Oberleuken eine selbstständige Pfarrei. Seit dem 14. Jahrhundert bildete der Leukbach eine Herrschaftsgrenze: Teile gehörten zu Kurtrier, andere zum Herzogtum Lothringen. Erst 1816 wurde der Ort unter preußischer Hoheit wieder vereinigt.

Zerstörung, Wiederaufbau und Erinnerung

1944/45 wurde Oberleuken weitgehend zerstört; auch die Felder waren vermint. Häuser und die Pfarrkirche St. Gangolf wurden bis 1954 wiederaufgebaut. Hansenkapelle und Hansenkreuz, Soldatenfriedhof und deutsch-amerikanische Gedenkstätte erinnern an ältere Überlieferungen, Krieg und Versöhnung.

Quelle: Gemeinde Perl – Oberleuken

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Wiederaufbau · Kapelle · Grenzfreundschaft

Oberperl: eng mit Perl und Frankreich verbunden

Gemeinsame Geschichte mit Perl

Oberperls Geschichte ist eng mit Perl und Sehndorf verflochten. Pastor Matthias Biringer, der 1680 die Pfarrstelle Perl übernahm, unterstützte den Wiederaufbau der im Dreißigjährigen Krieg zerstörten Orte. Er legte 1712 den Grundstein der Perler Quirinuskapelle und 1716 zur erneuerten Pfarrkirche. Die alte Oberperler Kapelle St. Michael wurde 1962 durch einen Neubau ersetzt.

Zeichen europäischer Nachbarschaft

Die 1999 als deutsch-französisches Gemeinschaftsprojekt geschaffene Friedenskapelle steht an der Grenze zu Merschweiller. Sie macht aus der früher oft trennenden Grenze ein sichtbares Zeichen der Freundschaft. Die Landschaft rund um Oberperl ist zugleich Ausgangspunkt für Wege in das französische Grenzgebiet.

Quelle: Gemeinde Perl – Oberperl

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Hauptort · Weinbau · Grenzraum

Perl: Hauptort im Dreiländereck

Mittelalterliche Herrschaft und französische Zeit

Der Hauptort liegt in den Weinbergen der Obermosel. Ein Hof namens Perl ist 1160 belegt. Perl, Oberperl und Sehndorf bildeten eine reichsunmittelbare Herrschaft des Trierer Domkapitels. Die Pfarrei soll bereits im 8. Jahrhundert gegründet worden sein und umfasste mehrere Filialen im heutigen Saar-Lor-Lux-Raum. Von 1795 bis 1816 war Perl französisch und Sitz einer Mairie im Kanton Saarburg.

Vom preußischen Grenzort zum saarländischen Zentrum

1946 kam der frühere Amtsbezirk des Kreises Saarburg zum Landkreis Merzig-Wadern. Heute bündelt Perl Verwaltung, Schulen, Versorgung und grenzüberschreitende Einrichtungen. Historische Akzente setzen die Kirchen St. Gervasius und St. Protasius, die Quirinuskapelle, das Palais von Nell und der Park von Nell mit seinem Barockgarten.

Quelle: Gemeinde Perl – Perl

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Winzerdorf · Bauernhäuser · Weinlehrpfad

Sehndorf: gewachsene Kulturlandschaft der Obermosel

Ein Ort mit gemeinsamer Geschichte

Sehndorf gehört historisch zum eng verbundenen Raum von Perl und Oberperl. Die offizielle Ortsdarstellung nennt keine eigene frühe Jahreszahl, hebt aber den überlieferten Dorfkern und die Prägung durch den Weinbau hervor. Lothringische Bauernhäuser und schmale Straßen zeigen die grenznahe Bau- und Siedlungskultur.

Weinbau als lebendiges Erbe

Der alte Waschbrunnen bildet einen historischen Mittelpunkt. Der Sehndorfer Weinlehrpfad erklärt die Arbeit in den Weinbergen und verbindet Ortsgeschichte mit der bis heute gepflegten Weinbautradition der Obermosel.

Quelle: Gemeinde Perl – Sehndorf

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Landwirtschaft · Wiederaufbau · Westwall

Sinz: von römisch-fränkischen Spuren zum Wiederaufbau

Frühe Siedlung und kirchliche Rechte

Die Ursprünge von Sinz reichen nach der Gemeinde Perl in römische und fränkische Zeit zurück. Für das 17. und 18. Jahrhundert sind Rechte und Gerichtsbarkeit der Abtei St. Matthias nachgewiesen. Landwirtschaft blieb für das Ortsbild und die örtliche Entwicklung prägend.

Kriegszerstörung und Erinnerung

Im Zweiten Weltkrieg wurde Sinz nahezu vollständig zerstört und anschließend wiederaufgebaut. Auch die Pfarrkirche St. Dionysius entstand nach dem Krieg neu. Das kleine Westwallmuseum erinnert an die militärische Geschichte der Grenzregion. Bürgerhaus und Feuerwehr nutzen heute die umgebaute ehemalige Schule.

Quelle: Gemeinde Perl – Sinz

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Frankenzeit · Dreißigjähriger Krieg · Brennereikultur

Tettingen-Butzdorf: Zerstörung, Wiederbesiedlung und Handwerk

Frühe Kirche und Neuanfang

Tettingen-Butzdorf bestand bereits in fränkischer Zeit. 1330 besaß das Dorf eine eigene Kirche; die Patronatsrechte lagen bei den Besitzern von Schloss Berg. Im Dreißigjährigen Krieg wurde der Ort zerstört und verlassen, 1684 aber erneut besiedelt. Auch die Kriege des 20. Jahrhunderts hinterließen Spuren; Teile der Westwall-Höckerlinie sind noch sichtbar.

Kunst und regionale Kultur

In der Pfarrkirche St. Remigius sind fünf Alabasterreliefs von 1601 des Trierer Bildhauers Hans Ruprecht Hoffmann in Seitenaltäre und Taufstein eingefügt. Das Saarländische Brennereimuseum bewahrt einen weiteren Teil der regionalen Arbeits- und Genusskultur.

Quelle: Gemeinde Perl – Tettingen-Butzdorf

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1084 · Mühlen · lothringisches Ortsbild

Wochern: Quellen, Höfe und bewahrte Dorfstruktur

Name und frühe Geschichte

Die Gemeinde leitet den Namen Wochern vom keltischen „Wochera“, „an den Quellen“, ab. Siedlungsspuren reichen bis in die Römerzeit. 1084 wird das Dorf als Besitz des Benediktinerklosters Rettel erwähnt. Im 17. Jahrhundert bestand Wochern aus fünf Höfen und drei Mühlen.

Kapelle und Ortsbild

Die 1789 errichtete Kapelle St. Nikolaus und Bernhard bewahrt Holzfiguren des 18. Jahrhunderts und spätgotische Heiligenfiguren. Wochern gilt als gut erhaltenes lothringisches Bauerndorf. Die Pflege dieses Ortsbildes wurde 1987 im Landeswettbewerb „Unser Dorf soll schöner werden“ mit Gold und auf Bundesebene mit Silber gewürdigt.

Quelle: Gemeinde Perl – Wochern

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